Mario Richter (Der Interviewer)    |   22. November 2016

Wie bist Du auf die Idee der Interviews gekommen?
Angefangen hat alles mit einem kleinen Seminar für zwei Ortszirkel zum Thema Misdirection und einem Recherchegespräch mit Manuel Muerte. Da ich ausgebildeter Radiosprecher bin, kam mir sofort die Idee, das Gespräch mit Ihm im Studio aufzuzeichnen. Als ich Ihn gefragt hatte, war er einverstanden und die CD durfte ich kostenlos zum Seminarheft dazulegen. Die Rückmeldungen auf diese bearbeitete CD waren großartig. Als der Aufruf in der Magie kam, für das Jubiläumsjahr Ideen zu schicken, war klar, dass mir so ein Projekt Spaß machen würde.

Wie ist die Qualität der gesamten Interviews zu erklären?
Ja ganz klar, die Qualität der Interviews liegt natürlich an der Telefonaufnahme. Teilweise waren die Künstler, die ja alle professionell auch engagiert sind, einfach nicht zu Hause. Eine Handyaufnahme unterscheidet sich da dann nochmal sehr von einem Festnetz. Aber ich denke, wenn man diese Störgeräusche mal „überhört“ dann kann jeder aus dem Wissen der Profis enorm lernen.

Gab es irgendwelche witzigen Momente?
Die Interviewtermine von Dezember 2011 bis April 2012 mit allen zu koordinieren war schon witzig an sich. Aber auch laute Nieser, der Postbote dem aufgemacht wurde, oder auch Geheimnisse, die eigentlich geheim bleiben sollten und dann rausgeschnitten wurden, waren wirklich lustig.

Du hast die Interviews also alle noch bearbeitet. Wie viel Zeit hast Du da reingesteckt und was wurde bearbeitet?
Grundsätzlich kann ich sagen, dass ich mit jedem Künstler über eine Stunde manchmal sogar zwei Stunden aufgezeichnet habe. Dieses Roh-Material hörte ich mir einmal komplett und dann beim Schnitt nochmals an. Viele Wochen gingen dafür drauf. Geschnitten wurden vor allem unnötige Wiederholungen, Atmer, Räusperer, Geheimnisse oder auch nicht Gewolltes. Alles in allem erforderte die Bearbeitung viel Herzblut ;)

Wie kommt es, dass in einer Zeit in der alles bezahlt werden will, Du Dir unentgeltlich so viel Mühe machst?
Kunst hat meiner Meinung nach nie etwas mit Geld zu tun. Es freut mich, wenn andere Künstler, so wie ich, aus diesen Interviews lernen können.

Welchen Gedanken hattest Du bei der Befragung der Künstler?
Am Anfang ging es mir eigentlich um das Abbilden der verschiedenen Meinungen zur Zauberkunst. Dann legte ich aber immer mehr den Schwerpunkt auf hilfreiche theoretische Ansätze und die Persönlichkeit des interviewten Künstlers. Diese Entscheidung, denke ich, war gut, um einzelne Gebiete ideal abzubilden. Gaston spricht zum Beispiel mehr über Zauberei und Theater, während Mathias Fischedick eher zu Fernsehen und Zauberei was erzählt.

Nach den ganzen Interviews, konntest Du da so eine Gemeinsamkeit in den Aussagen feststellen?
Ich konnte feststellen, dass die Meinungen, oft alle in eine Richtung zielten.Wie sag' ich das am Besten: „Es ist so viel zum Finden da, dass der, der leidenschaftlich besessen ist von unserer Kunst, weiß, was er zu suchen hat.“ (Sowohl theoretisch als auch praktisch!) Den restlichen Kontext sollte jeder in den kompletten Interviews selbst für sich finden.

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