MAGIE Nr. 04-2011

Inhalt MAGIE 4 - 2011  
magieTITELTHEMA
Ken Bardowicks ein Mann mit Eiern. Warum das so ist und wie er auf diesen eigentümlichen Namen für sein inzwischen drittes abendfüllendes Programm kam, lesen Sie in dieser magie. Und Sie erfahren außerdem, warum ein Rednerpult eine ganz besondere Rolle spielt und natürlich, ob Kens Markenzeichen, der immer wieder verschwindende Schuh, erneut mit von der Partie ist.
Erasmus Stein
Ken Bardowicks: Mann mit Eiern
magie INTERVIEW: Ken Bardowicks
Susanne Sewald
Blick in den Probenraum
Ken Bardowicks
Eigene Texte schreiben
Luke Wilson
Selbstsüchtig sein ist alles
Ken Bardowicks
Einfach kaufen und vorführen. Wirklich so einfach?
 
magieRUBRIKEN
Peter Bold
magie TRICKS: bOLDIES Der Googleberg

magie INTERVIEW: Dr. Joachim Bublath
 
magieAKTUELLES
Andreas Steverding
Blackpool Magic Convention 2011 Ein Reisebericht
Richard Anderson
Magic de Luxe
Julius Frack
Erfolgsmodell Zaubergala
Bert Udo Koch
Lampenfieber?
 
magieSONDERTHEMA
Erasmus Stein
Gratulation: 5 Jahre Zauber-Ei
magie INTERVIEW: Florian Severin
Florian Severin
Harvey Across
Florian Severin
Soap Star
Florian Severin
Schnapp die Kuh!
 
magieGESCHICHTE
Volker Huber
Automat und Zauberkunst - Stutzuhr mit Becherspieler  
Leserbriefe Ausgabe 4/11 - Website MZvD
  Hinweis: Die März-magie und unsere neue Rubrik Pro & Contra zum Thema Tierzauberei hat eine Welle an Reaktionen ausgelöst. Leider reicht der Platz im Heft nicht aus, allen Zuschriften gerecht zu werden. Darum können Sie den kompletten Diskurs hier ganz in Ruhe nachlesen.   Stellungnahme des Tierschutzbeauftragten des MZvD, Gert Veitel, zum Thema Tierzauberei
Als Tierschutzbeauftragter des Magischen Zirkels von Deutschland muss ich mich jetzt in die Diskussion der magie-Ausgabe 3/2011 einbringen. Wie schon der Titel "Tierschutzbeauftragter" sagt, sehe ich mich als Schützer der Tiere in der Zauberkunst, sozusagen als Lobbyist der wehrlosen Kreatur. Deshalb muss ich aber nicht zwangsläufig die Zauberei mit Tieren verbieten - sonst hieße es ja "Tierzaubereiverbotsdurchsetzer"! Naturschützer verbieten ja auch nicht die Natur, sondern mahnen den pfleglichen Umgang mit ihr!
Die Sparte "Zauberei mit Tieren" ist aber so alt wie die Zauberkunst selbst und ist deshalb nicht pauschal zu verdammen. In der Show- und Schausteller-Szene wurde schon immer mit Tieren gearbeitet. Zugegeben, in den vergangenen Jahrhunderten mit wenig Rücksicht auf die vier- und zweibeinigen tierischen "Requisiten" (mehr waren Tiere damals nicht!).
Wir schreiben aber das Jahr 2011 - und an dieser vorgenannten Behandlungsweise und dem Verhältnis zu Tieren insgesamt hat sich inzwischen doch Wesentliches geändert.
Meine Aufgabe als Tierschutzbeauftragter sehe ich darin, eventuelle (inzwischen aber bei uns in Deutschland sehr seltene) Missstände aufzudecken, zu hinterfragen bzw. den mit Tieren arbeitenden Zauberkollegen auf sein eventuelles Fehlverhalten aufmerksam zu machen und Hilfestellung zur Problemlösung zu geben.
Es macht in meinen Augen keinen Sinn, wenn Tierschützer/Tierschutzorganisationen per Rundumschlag die tierische Mitarbeit eines Zwergkaninchens bei einem Kinderzauberer verdammen. Hier geht es nicht um das Kaninchen, hier geht es um bundesweite Aufmerksamkeit, sprich um kostenlose Präsenz in allen Print- und Fernseh-Medien - und das gewollt und kalkuliert! (Das Paradoxe daran ist jedoch, dass ausgerechnet aufgrund dieses Medienspektakels das genannte Kaninchen nun in den nächsten 2 Jahren von einem Auftrittstermin zum anderen hoppelt.)
Dieser bundesweite Protest macht auch keinen Sinn, wenn zeitgleich in der ARD "das große Quiz der Tiere" (Frank Elstner) ausgestrahlt wird. Auch diese Art von Vorführung ist bestimmt nicht artgerecht. In diesem Falle hört man nichts! (die "Gegner" (ARD + Elstner) sind wahrscheinlich zu gewaltig?) Dann müsste auch darüber gestritten werden, warum Abertausende "Tierliebhaber" jährlich in die Zoos pilgern, in denen z.B. Raubtiere in Gehegen präsentiert werden, die dem Bewegungsverlangen dieser Tiere keinesfalls gerecht werden.
Ob es nun wirklich (wie Herr Schenk meint) "einfacher ist, das Publikum mit Tieren zu begeistern", ist mir in der Aussage zu lapidar. Dass es auch anders geht, beweisen tatsächlich die vielen Nicht-Tierzauberer. Sicherlich, man kann auch Erfolg ohne Tiere haben! Aber muss deshalb gleich eine ganze Sparte unserer Zauberkunst aussterben? Sollten wir nicht alles daran setzen, dass wir diese Art der Zauberkunst mit der höchsten, gebotenen Vorsicht und Fürsorge betreiben und pflegen? Sollten wir nicht eher dazu übergehen eine Art "MZvD-Tierschutz-TÜV-Siegel" zu vergeben für die noch wenigen, aber mit großer Sorgfalt arbeitenden Zauberkollegen? Auch um denjenigen Rückhalt zu geben, die sozusagen "an der Bühnenrampe" immer wieder mit Attacken gegen ihre Kunst konfrontiert werden.
Ich habe in meinem langen, zauberhaften MZvD-Leben schon viele, viele Zaubergalas selbst veranstaltet und auch als Zuschauer erleben dürfen. Und immer zählten Tierillusions-Shows zu den am meisten beklatschten Darbietungen. Und für alle Zweifler: auch heute noch! Zylinder - Zauberstab - Kaninchen sind nun mal die Symbole der Zauberkunst! Und ich würde es ganz ehrlich bedauern, wenn Tierillusions-Shows eines Tages nicht mehr auf deutschen Bühnen zu sehen wären.
Aber genau das befürchte ich. Aber nicht weil die Tierschützer es so wollen, nein, weil es verdammt viel Arbeit macht, mit seinen Tieren sachlich und einfühlsam umzugehen. (Aber diese tägliche, stundenlange Kleinarbeit mit Hege und Pflege abseits des Rampenlichts will sich ohnehin kaum ein Mensch noch antun). Deshalb sollten wir gerade diese wenigen Zauberkünstler entsprechend (z.B. mit fachlichem Rat und Tat innerhalb der OZs) unterstützen! Wir schaffen doch auch nicht die Autos ab, obwohl die Abgase unsere Umwelt zerstören!
Wäre es nicht schön, wenn eines Tages jede noch so tierliebende Mutti guten Gewissens und unbekümmert mit ihren Kindern eine Zaubershow einfach nur genießen könnte, ohne sich Gedanken über artgerechte Haltung und Präsentation dieser Tiere machen zu müssen? (So unbekümmert wie sie allabendlich den einsamen Kanarienvogel, das alleinlebende Meerschweinchen ihrer Kinder füttert!) Dahin sollten wir kommen!
Gert Veitel-Montana / Tierschutzbeauftragter des MZvD   Gratulation zur Ausgabe 3/2011
Ich gratuliere euch zur ersten Ausgabe der magie. Sie ist gelungen und ich spüre auch schon den frischen Wind, den ihr in die Sache bringt - gut so! Alles Gute für die kommenden Ausgaben!
Timo Marc   Geographieschwäche?!
Liebe Redaktion !
Es ist schon erstaunlich, wie wenig man in den Alten Bundesländern über den "Nahen Osten" weiß. Ich möchte nicht als Krümelkacker gelten und über solche "Kleinigkeiten" kann man schon mal hinwegsehen. Aber sollte Herr Moser zu seiner Seminartour aufbrechen, wird er Dresden und Leipzig vergeblich in Sachsen-Anhalt suchen. Also, Dresden (Bundeshauptstadt) und Leipzig gehören zu SACHSEN.
Uwe Senftleben   Glückwunsch und Kartenstempel
Liebe Magie Redaktion,
€¦ erstens einmal wünsche ich für die kommenden Jahre viel Spaß und Glück bei der anstrengenden Aufgabe, die Hefte immer rechtzeitig zu gestalten. Ich habe da elf Jahre mit dem Österreichischen ALADIN schon lange hinter mich gebracht. Ich habe Detlev Drenker immer bewundert, wie lange er das machen konnte, ohne nachzulassen.
€¦ zweitens hat mich eine Information auf der Seite 2 über Steuerstempel interessiert: Dazu die Information, dass in Österreich und auch in Deutschland (meinen Unterlagen nach) das Herz Ass gestempelt wurde. Die Karten waren noch nicht in Schachteln, sondern mit Papierschleifen umwickelt, die ein Loch trugen und durch dieses Loch wurden die Karten gestempelt.
Anfangs, vor 1713, wurden die Karten versiegelt, ab 1713 wurden Siegelung und Stempel erwähnt. Es gab sehr viele verschiedene Varianten. Ab 1877 wurde der Stempel zweifarbig (rot und blau), ab 1900 wurden die Farben umgekehrt. In Österreich gab es noch bis zum 30. September 1939 Steuerstempel auf Karten. (Siehe "Österreichische Spielkarten-Steuerstempel und andere Mitteilungen" von Klaus Reisinger, ISBN 3-9500-0250-2 im Eigenverlag. Ein sehr schönes Buch übrigens.)
Das Pik-Ass wurde im anglikanischen Raum forciert, da es durch Whist und Bridge als höchste Spielfarbe und Karte zu Ehren gekommen war. Die Karten wurden bis um 1890 nicht mit Indizes versehen. Der oder die Joker stammen aus dem Amerikanischen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts! 1857 wurde der "Bower" im Spiel "Euchre" eingeführt.
Magic Christian   Abolut dagegen
Ich dachte immer, Pro und Contra in einer Diskussion bezeichnen zwei unterschiedliche Haltungen. In der magie, Heft 3/2011 lese ich den Beitrag über "Tierzauberei" und wundere mich, dass der "Contra"-Schreiber "kein überzeugter Tierzaubergegner" ist; und: "etwas Tierliebe gehört schon dazu"... Ja, was soll dann die Diskussion?
Ich bin absolut gegen das Zaubern mit Tieren, wie und wo auch immer! Es ist und bleibt von der ersten Sekunde an Tierquälerei. Darüber gibt es keinen Zweifel. Eine Taube in ein enges Korsett zu zwängen, sie daran hindern, sich zu bewegen, sie der Körpertemperatur des Menschen von rund 37 Grad auszusetzen, ist und bleibt Quälerei. Abgesehen davon halte ich die Einstellung des betreffenden Menschen dahinter für unmoralisch, arrogant und egoistisch.
Wittus Witt   Tierzauberei und Ed Alonzo
Insbesondere im Ausland, das Magic Castle eingeschlossen, sieht man Kollegen, die ihre Tauben äußerst rüde behandeln, dass die Federn nur so fliegen. Dies ist selbstverständlich nicht in Ordnung.
Was nun Hasen betrifft, so geht Kinderzauberei natürlich auch ohne, wie Uwe Schenk meint, aber mit geht es eben besser. Der Kinderzauberer gibt sich 45 Minuten lang redlich Mühe, aber wenn als Höhepunkt schließlich ein Hase erscheint, ist alles Gezeigte für die Kinder vergessen. Der Eindruck ist nach meiner Erfahrung für die Kinder einfach elektrisierend und überwältigend. Der Hase wird in seinem großen Käfig antransportiert und frisst seine Möhren. Er kommt möglichst kurz vor dem Erscheinen in eine für ihn bequeme Box in Hasengröße mit Luftlöchern. Anschließend muss er sich nur noch streicheln lassen.
Wichtig bei der Anschaffung eines kleinen Zwerghasen ist nur, dass man beim Kauf auf die Ohrengröße achtet. Sind diese beim jungen Tier bereits sehr groß, dann wird der Hase so groß wie ein Sofa. Ich hatte früher auch bei Hasenzuchtvereinen Hasen ausgeliehen. Dafür gab es dann beim jeweiligen Sommerfest eine Zaubervorstellung.
Wie ich aus eigener Erfahrung weiß, ist es keine so gute Idee, in der Vorstellung mehrere kleine Hasen herbeizuzaubern - ein Zauberer kann das ja - und diese dann an die Kinder zu verschenken. Harte Auseinandersetzungen der Kinder mit ihren Eltern sind vorprogrammiert.
Zu Ed Alonzo: Ich stimme Ihnen voll zu, was Ed Alonzo betrifft. Er ist ein stilloser amerikanischer Faxenmacher, der nicht in eine derartige Veranstaltung passt. Wir haben im deutschen Sprachraum genügend gute Conférenciers, die aus der Zauberszene kommen und die Zuschauer zum Lachen bringen können.
Die chinesischen Schriftzeichen standen übrigens für móshù, was Zauberei heißt. Die meist älteren Zuschauer waren ja nicht aus Interesse an der Zauberei gekommen, sondern wurden über eine ziemlich aggressive und wohl auch teure Werbung (Zeitung, Plakate, Beilagen) in die Vorstellungen gelockt. Ich war mit Bekannten in der Silvestervorstellung und hatte für 67 Euro einen Platz ziemlich weit hinten. Für dieses Geld kann man in München oder Wien schon die Oper besuchen. Die Schau hatte zweifellos Höhepunkte, war aber nicht aus einem Guss.
Helmut Ploog   Tourdaten - Layout - Tierzauberei
Tourdaten Wolfgang Moser
wenn jemand nicht weiß, in welchem Bundesland im Osten Kuhkackerode liegt, dann ist das verzeihlich. Aber nach 20 Jahren Einheit Leipzig und Dresden nach Sachsen-Anhalt zu verlegen, offenbart ein hohes Maß an Ignoranz gegenüber dem Osten.
Layout
Nicht alles was neu ist, ist auch gut. Das neue Layout hat sehr viele Verschlimmbesserungen. Bilder ohne Text, Bilder mit winzigem Text, keine deutliche Hervorhebungen des Fragenden beim Interview etc. Tierzauberei
ist ein viel zu schwammiger Begriff. Was ist eigentlich gemeint? Ein Zauberer, der ein oder zwei Tiere in seine Darbietung mit einbaut, um ein "Oh!" bei den Zuschauern zu ergattern? Oder ist eine Show gemeint, bei der sich Tiere als die Hauptakteure durch die gesamte Darbietung präsentieren, ich meine eine "Tierzauberschau". Beides sind zwei unterschiedliche Schuhe.
Ich lehne Tierzauberei ab, die einzig und allein dazu dient, die Darbietung aufzupeppen. Wie geschildert bei Uwe Schenk.
Außerdem würde ich jedem raten, der in die Diskussion pro und contra Tierzauberei eintreten will, sich mit dem Artikel von Jay Niemi in der Magie 7/2009 zu beschäftigen, zu studieren. Er hat meine Erfahrungen und meine Gedanken auf den Punkt genau dargelegt. Das, was ich in der Vergangenheit an Beiträgen über pro und contra in Sachen Tierzauberei gehört habe, ist meiner Meinung von Leuten verfasst, die sich nie intensiv mit Tieren befasst haben. Aber Tierschutz ist in und man muss seinen Senf dazu geben.
Als Profi mit Abnahme und Berufsausweis haben wir seit 1974 mit einer Tierzaubershow gearbeitet. Mit Profi meine ich, dass wir unseren Lebensunterhalt einzig und allein mit der Zaubershow verdient haben, ohne irgendwelchen Nebenerwerb. Daher haben die Tiere unser Leben bestimmt. Es waren Tauben und zwei Yorkshire Terrier.
Die Tauben hatten eine riesige Voliere und waren an mich gewöhnt. Wenn ich die Voliere betrat, kamen Tauben auf meine Schultern und fraßen mir Sonnenblumenkerne aus dem Mund. Vor dem Auftritt ging der Hund freiwillig in die Hütte, aus der er erscheinen sollte. Bei Freilichtveranstaltungen saßen die Tauben in einem Gestell, von dem sie jederzeit hätten fortfliegen können. Aber sie haben es nicht getan. Ich möchte das nicht als Dressur bezeichnen, sondern nur eine intensive Beschäftigung mit den Tieren.
Bei Tourneen im Hotel angekommen, saßen die Kollegen nach dem Abendbrot schon beim Bier. Wir aber hatten erst unsere Tiere zu versorgen. Erst kamen die Tiere, dann wir. Wer sich diesen Strapazen unterzieht, kann ruhig mit Tieren in der Zauberei arbeiten.
Peter und Lonny alias Peter Roch   Tierzauberei und Applausverbot für Hasen
Das Thema Tierzauberei "Pro und Contra" ist wieder aktuell geworden und wurde ja reichlich auch bei dem sogenannten "Applausverbot für einen Zauberhasen" in meinem Programm medienträchtig diskutiert! (ausführliche Infos darüber finden Sie über die Google Suchmaschine und auf meiner Homepage www.hardyzauber.de)
Ob sich jemand eine Show mit Tieren im Circus oder im Varieté usw. ansehen möchte, ist jedem selbst überlassen! Wenn die Tiere nach den gesetzlichen Bestimmungen gehalten werden, so ist das vom rechtlichen Standpunkt in Ordnung! Ich wurde von einer sogenannten "Tierschützerin" beim Veterinäramt Augsburg angeschwärzt, nachdem diese mich auf meinem Zauberkasten mit Hasen abgebildet sah und nie eine Vorstellung selbst sah!
Das Amt kam seiner Pflicht nach und hat eine Überprüfung der "Hasenhaltung" durchgeführt. Es gab keine Beanstandung! Neu jedoch - seit ca. 2 Jahren - ist, dass jeder, der Tiere öffentlich zur Schau zeigt, ob Haustier oder Wildtier eine gebührenpflichtige Genehmigung braucht! ( 184,- Euro!) Egal ob Hobbyzauberer oder Profi!
Allerdings lockten die in diesem amtlichen Bescheid darin aufgeführten "Auflagen" die Medien auf den Plan, die "hausgemacht" waren. Die Diskussion in der Augsburger Allgemeinen ging sogar soweit, dass eine Online-Abstimmung gemacht worden ist, wobei 67 Prozent dafür waren, dass die Behörde in diesem Fall zu weit gegangen ist. (Die hausgemachten Auflagen sind überall ebenfalls nachzulesen.)
Eine bekannte Tierschutzorganisation hängte sich bei einem "Lokalsender" an meine Medienpräsenz, um sich zu präsentieren. Bei STERN TV am 22.09.2010 war man da ganz anderer Meinung und ließ dafür keine Plattform! Günther Jauch und viele Millionen Zuschauer lachten über die zum Teil lächerlichen Auflagen für einen Stallhasen. Nach einer solchen Ausstrahlung, wo ca. 3,8 Millionen mich sahen, habe ich wochenlang zahllose Mails und Anrufe von Grundschulen und Kitas bekommen, die mir mitteilten, dass ich nur mit einem lebendigen Hasen wieder eingeladen werde. Kommentar vieler: "Einen Plüschhasen haben wir selbst auch"! Ich übe den professionellen Beruf als Kindermagier nun bereits über 40 Jahre erfolgreich aus - natürlich immer als Höhepunkt mit einem Hasen im Programm.
Für Kinder ist ein lebendiges Tier immer ein unvergessliches pädagogisches Erlebnis und nicht wegzudenken. Wir müssten dann auch alle "Streichelzoos" abschaffen! Ebenso müsste die ganze Haustierhaltung in den Familien hinterfragt werden! Natürlich setze ich voraus, dass ein Tierzauberer zu seinem Tier ein liebevolles Verhältnis hat und die Präsentation entsprechend auch ist.
Zum Schluss möchte ich mich bei der "Tierschützerin" und beim zuständigen Veterinäramt für den unbezahlbaren PR-Rummel um meinen Zauberhasen bedanken. Denn wer fliegt schon auf Einladung mit einem Stallhasen zu Günther Jauch ins Studio nach Köln-Hürth. Schade, dass dies nicht öfters passiert!
HARDY - Augsburg   Pro - für die Tierzauberei! Die vielen schönen Stunden, die ich mit meinen Tauben erlebt habe, möchte ich nicht missen! Sei es im Stall oder in der Gartenvoliere, wo die Tiere in der Sonne baden und eine warme Dusche nehmen. Oder beim Training, bei der Aufzucht, beim Auftritt, wenn alles geklappt hat. Von 1977 bis 1998 habe ich mich mit der Taubenzucht beschäftigt. In diesen 21 Jahren habe ich 134 Karteikarten ausgefüllt und bearbeitet.
Jede Taube bekam im Alter von 2 Jahren einen Ring und hat ihre Karteikarte, wo Ringnummer, Geburtsdatum, Eltern, wenn nötig Impfdatum und später dann Auftritte vermerkt sind. Nur so konnte ich ungewünschten Nachwuchs vermeiden und konnte die jeweiligen Türklappen öffnen, welche Taube in die Voliere kann.
Von meinen Tauben habe ich niemals eine gegessen, niemals eine beschnitten, niemals eine gefärbt. Es ist ein großer Unterschied, ob ein Zauberer eine Taube lieblos in die Frackschoßtasche wirft, oder sie artgerecht behandelt, denn er kann sie ja auf vielerlei Arten verschwinden lassen.
Im Foyer der Kongresshalle in Böblingen habe ich mich mit Hörst Müller bei einem Thumm-Kongress unterhalten, als ein "Tierzauberer" vorbeilief. Ein paar Stunden später bei der Gala ist er mit gefärbten Tauben aufgetreten. Ich habe mich für ihn geschämt. Ein paar Jahre später, es war wohl schon in Sindelfingen, hat einer (angeblich mit geliehenen Tauben) so schlecht gearbeitet, dass reichlich Federn geflogen sind.
Da ist es begrüßenswert, dass der MZ einen Tierschutzbeauftragten hat. Wenn ich eine Taube an einen Zauberfreund verkauft habe, hat er die Karteikarte mitbekommen, aber vorher habe ich mich vergewissert, ob er sich auskennt und wer er ist, ob er etwas Erfahrung hat usw.
Bei einem Auftritt im Kindergarten hat ein Kind gefragt, ob ich ihm 2 Tauben schenke. Es wohnte ganz in der Nähe, ich habe seinen leeren Hasenstall besichtigt und habe fast 30 Jahre lang einen Abnehmer für ungeeignete Tauben gehabt, die ich ihm geschenkt habe.
Mein letzter Auftritt mit Tauben war am 18. April 1998 in der Festhalle in Eybach beim Schwäbischen Albverein. Da hatte ich noch vier Tauben, zwei Wochen vorher hatte ich das Karussell und sechs Tauben einem Zauberfreund verkauft. Die vier habe ich behalten und bis zum natürlichen Tod gepflegt. Lisbeth ist am 23. April 2004 als letzte gestorben, sie ist 28 Jahre alt geworden. Die Karteikarte von ihr habe ich als einzige behalten. Der Vogel ist elfmal mit mir aufgetreten.
"Triconi mit der küssenden Taube" hat die Zeitung geschrieben. Da war ein kleiner Erdnusskern, den ich zwischen den Lippen hatte und den mir Lisbeth auf Zuruf auf dem Finger sitzend aus dem Mund gepickt hat. Ein einhundert prozentiger Beifallserzeuger.
Triconi



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