Die Ehrlich Brothers – Magier des Jahres 2016

Ehrlich Brothers – Magier des Jahres 2016

In den 90er Jahren fiel im MZvD ein junger Mann auf, der damals noch Andreas Reinelt hieß. Er erregte Aufsehen mit einer Darbietung in der Allgemeinen Magie, von moderner Musik begleitet, äußerst humorvoll, bei der vor allem ein Spazierstock auf geheimnisvolle Weise durch die Luft tanzte.

Mit dieser Darbietung gewann er bei den Deutschen Meisterschaften einen Preis bei den Erwachsenen (Dresden 1996). Das Jahr darauf fiel ein anderer Junge beim Jugendworkshop auf, der sich zunächst gar nicht so fürs Zaubern zu interessieren schien – er war aber sofort der Mädchenschwarm Nummer eins (ja, das gibt es dort auch, zaubernde Mädchen, wenig zwar, aber es werden mehr!). Wie sich herausstellte: der Bruder von Andreas (ja, es sind tatsächlich Brüder). Er wollte seinem älteren Bruder natürlich nicht nachstehen, und so baute er sich auch Wettbewerbsnummern auf, sogar gleich zwei auf einmal. Er trat 2002 dann in zwei verschiedenen Sparten (Erwachsene) an (mit dem Künstlernamen Chris Joker), in „Allgemeine Magie mit Vortrag“ und in „Mentalmagie“. Schon damals „verwandelte“ er sich blitzschnell, gerade eben trug er noch einen Jogging-Anzug, in Bruchteilen einer Sekunde stand er in flottem Anzug vor dem Publikum. Er produzierte einen gefüllten Bierstiefel, den er mir (damals Jury-Leiter) als kleinen „Bestechungsversuch“ charmant überreichte.

Wer die Show der beiden kennt, weiß, dass sich diese Effekte über die Jahre gerettet haben, in die Jahre sind sie deswegen noch lange nicht gekommen! Unnötig zu sagen, dass er dann, im Jahre 2002 in Leverkusen, Vizemeister bei den Deutschen Meisterschaften der Zauberkunst in gleich zwei Sparten wurde! Und 2003 bei den Weltmeisterschaften in Den Haag erhielt er wieder zwei Preise – eine sehr große Seltenheit bei den Weltmeisterschaften der Zauberer!

Dann wurde es still um die beiden. Nichts hörte man mehr von ihnen, sie schienen wie vom Erdboden verschwunden. In dieser Zeit starteten sie ihre Karriere als Zauberprofi. Sicherlich kein leichter Entschluss, denn dass man vom Zaubern leben könnte, ist in einem bürgerlichen Elternhaus nur sehr schwer vorstellbar…

Und dann, Jahre später, wieder in Leverkusen. Als Eröffnung hatten Wolfgang Sommer und Jürgen Urbahn die Ehrlich Brothers gebucht, so nannten sie sich jetzt. Und was da für ein Feuerwerk auf der Bühne abging, war unbeschreiblich. Spektakuläre Großillusionen, die wir Zauberer noch nie zuvor gesehen hatten, geschweige denn hatten wir die geringste Vorstellung, wie sie bewerkstelligt wurden. Es war für uns alte Hasen die Geburtsstunde zweier neuer Stars am Zauberhimmel!

Seitdem führen die Ehrlich Brothers unzählige Erfolge durch Deutschland, eine Ovation im Stehen am Schluss der Show ist die Regel, Rekorde purzeln, und weltweit noch nie dagewesen war eine Zaubershow in einem Fußballstadion in Frankfurt vor 40.000 Zuschauern (Guinness Weltrekord).

Ihre Kunst zu zaubern hat nichts mehr mit angestaubten Tricks des letzten Jahrhunderts zu tun: Sie sind zeitgemäß, modern und mit ihren Tricks unfasslich. Und das Schöne dabei: Sie sind bescheiden geblieben, charmant, privat und auf der Bühne wie eh und je. Auch wenn sie in ihrer Show bisweilen zu schweben scheinen: Sie stehen ganz fest mit beiden Beinen auf dem Boden.

In Anerkennung ihrer Leistung und Verdienste um die Zauberkunst sind sie die Magier des Jahres 2016!

Eberhard Riese

Christoph Borer und Pit Hartling – Schriftsteller des Jahres 2016

Christoph Borer – Schriftsteller des Jahres 2016

Es gibt eine Handvoll Menschen, denen ich in meinem Leben immer wieder wichtige Impulse verdanke – Christoph Borer ist ohne Frage einer davon. Er ist Freund, Kollege, Kritiker und Inspiration, und ungezählt sind unsere oft stundenlangen Diskussionen über die Zauberkunst, das Leben, die Arbeit als Künstler und das Wesen der Welt an sich. Diese Zeilen stammen aus meinem Vorwort zu „21“, dem letzten einer langen Reihe von Büchern und Veröffentlichungen, die Christoph Borer im Laufe der Jahre geschrieben hat. Die Zauberwelt verdankt ihm einen scheinbar nie versiegenden Strom großartiger Effekte, Handhabungen und Ideen, von denen viele in das ständige Repertoire von Zauberkünstlern auf der ganzen Welt geflossen sind.

Zahllose Artikel in der Magie und anderen internationalen Fachzeitschriften, Seminarhefte, kleine aber feine Tricksammlungen wie „Risque“ und „Milagros“ und natürlich seine „Compilation“ und jüngst „21“ sind beredtes Zeugnis seiner unglaublichen Kreativität und seines untrüglichen Gespürs für publikumswirksame Präsentationen und praktische Methoden. Dazu kommt seine Arbeit als Autor und Mit-Herausgeber der Zeitschriften „scriptum“ und „postscriptum“, mit denen er der Geschichten-erzählenden Zauberkunst im deutschsprachigen Raum eine großartige Plattform gegeben hat.

Ich freue mich, dass der Magische Zirkel Christoph für diese großartige Leistung mit dem Titel „Schriftsteller des Jahres“ ehrt. Er hat diese Auszeichnung mehr als verdient und ganz im eigenen Interesse hoffe ich, dass Sie ihm als Ansporn dienen möge, auch in Zukunft seine großartigen Ideen und seine wichtigen Gedanken zur Zauberkunst mit uns zu teilen.

Herzlichen Glückwunsch, Kollege!

Jörg Alexander

 

Pit Hartling – Schriftsteller des Jahres 2016

Für aufmerksame magie-Leser mag der Eindruck entstehen, dass ich mich mit dem Verfassen dieser mittlerweile zweiten Laudatio in Folge langsam selbst zum Titel eines Schriftsteller des Jahres vorarbeiten möchte – doch weit gefehlt:

Die erneute Laudatoren-Autorenschaft erklärt sich durch meine jahrzehntelange Freundschaft mit dem Titelträger. So wurde ich Zeitzeuge und neugieriger Frühleser aller Hauptwerke aus der Hartling’schen Feder: die Seminarunterlagen „Das Kleine Grüne Heft“ (1998) und die Bücher „CardFictions“ (2003 – in vier Sprachen übersetzt) sowie aktuell „In Order to Amaze“, ein Bestseller mit über 20 famosen Foppern zum memorierten Spiel. Über die unzähligen Artikel für internationale Fachzeitschriften, von Spanien bis Schweden. Von Holland bis England und die USA wollen wir das neidische Schweigen legen.

Nebenbei ist Pit damit das kuriose Kunststück gelungen, mit Veröffentlichungen in (fast) ausschließlich englischer Sprache hierzulande Titelträger zu werden. Aber glauben Sie mir, für diese Bücher lohnt es sich, Englisch zu erlernen. So wie Pit Spanisch gelernt hat, um dem Gedankengut und den Geheimnissen der spanischen Schule auf die Spur zu kommen, deren Einflüsse seine Routinen auf eine neue Entwicklungsstufe gehoben werden.

Seine Schöpfungen inspirieren Kartenfans auf der ganzen Welt, was kein Wunder ist, denn es sind Wunder, die das staunende Herz von Laien und Zauberern höher schlagen lassen. Innovative Methoden, clevere Konstruktionen und originelle Präsentationen verschmelzen zu unerklärlichen Unmöglichkeiten.

Aus den Erklärungen seiner Unmöglichkeiten lässt sich viel über Zauberkunst lernen, auch dafür bin ich Zeitzeuge und jetzt ist Pit – wie sein Alter Ego Heinz wohl sagen würde – „nicht nur Lebemann und Titan der Kartenkunst“, sondern auch noch Schriftsteller des Jahres!

Herzlichen Glückwunsch zum „Writer of the Year 2016“, Freund und Kollege Hartling!

Thomas Fraps

Magie Magazin

Um eine optimale Funktionalität zu gewährleisten, werden auf dieser Website Cookies eingesetzt. Wenn Sie die Nutzung der Website fort­setzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung

Checkbox kommt...