Stefan Zucht (Julius Frack) - Magier des Jahres 2009

Stefan Zucht (Julius Frack) - Magier des Jahres 2009

Es war ein langer und ohne Zweifel auch ein steiniger Weg vom Zauber-Amateur zum Zauber-Weltmeister: Seine ersten Zauberauftritte hatte Stefan Zucht 1990. Schon drei Jahre später trat er als Zauberkünstler Bertini im Musical „Metropol“ auf. 1995 setzte er sich gleich bei seinem ersten Wettbewerb durch und erzielte den ersten Platz bei den MZvD-Vorentscheidungen in Bruchsal.
Schon ein Jahr später gewann Stefan als "Julius Frack" die Deutschen Meisterschaften des MZvD in Dresden. Mit seinem perfekt inszenierten Schneider-Märchen erreichte er die höchste Punktzahl des gesamten Wettbewerbs (444 Punkte) und damit den Titel "Deutscher Meister" in der Sparte Allgemeine Magie. Und Erhard Liebenow kam in der MAGIE ins Schwärmen: "Kostüm, Mimik und Musik: alles stimmt bis ins Detail! Von den strikt themenbezogenen Effekten seien erwähnt: der sich färbende Faden, die Tuchbandverlängerung, die sich verwandelnde Modezeichnung und die Geschehnisse an der Schneiderpuppe. Besonders passen, und in diesem Zusammenhang endlich einmal motiviert, die Kunststücke mit Fingerhüten! Wer sonst als ein Schneider sollte mit solchen Gegenständen umgehen?" Logo, dass der erfolgreiche Schneidermeister auch das Cover dieser Ausgabe zierte.
Seither nahm Stefan Zucht sehr erfolgreich an weiteren Wettbewerben teil, verfeinerte seine Bühnenfigur und seine Technik. Und er fühlte sich zunehmend auch in anderen Sparten heimisch, beispielsweise in Großillusionen. So wurde er im vergangenen Jahr bei den Deutschen Meisterschaften mit einer neuartigen Illusions-Darbietung Vizemeister: Zu Beginn eine originelle Erscheinungsillusion, dann verschwindet seine Assistentin Cindy aus einer großen Trommel und erscheint im Saal wieder. Als krönender Abschluss eine Körperdurchdringung und Schwebe der Bühnenpartnerin.
Beste Eingangsvoraussetzungen also für die Teilnahme an den 24. FISM-Weltmeisterschaften in Peking in diesem Jahr. Doch zuvor "ganz normaler" Wettbewerbsstress: Tricktechnik, Musik und Regie sind monatelangen Proben zu unterziehen, zahllose technische Probleme zu lösen, und natürlich muss irgendwann "alles" für die Reise um den halben Globus vorbereitet werden. Ob überhaupt alle Gepäckstücke ankommen, und was wohl die chinesischen Behörden zu all dem Zubehör sagen? Eine Reise ins Ungewisse, angetrieben vom olympischen Gedanken und der Überzeugung, allezeit das Beste geben zu wollen.
Der entscheidende Wettkampftag für den Tübinger ist der 31. Juli. Unerträgliche Anspannung, wochen- und monatelang hat er mit seinem Team auf diesen Moment hingearbeitet. Ob die Rechnung aufgehen wird?
Am Ende zahlen sich die kaum nachvollziehbaren Strapazen aus, und Stefan Zucht wird als „Julius Frack“ zum Weltmeister in der Sparte Großillusionen gekürt!
Für ihn selbst kommt dieser Erfolg, wie er sagt, überraschend. Aber für Kenner der Szene ist dieser Sieg logische Konsequenz
aus harter Arbeit und großem Fleiß – und er beruht natürlich auch auf dem konstruktiven Miteinander der Zauberfreunde im Ortszirkel Stuttgart.
In der Begründung der zehn FISM-Juroren werden besonders Stefans Kreativität und die Innovationen seiner Darbietung hervorgehoben. Neben einer vollkommen neuartigen Erscheinungsillusion sorgt Julius Frack auf der Bühne vor allem mit seiner Version der schwebenden Dame, bei der er durch seine Partnerin Cindy hindurchschreitet, für wahre Begeisterungsstürme unter den rund 2.200 Kongressteilnehmern und der Jury.
Was die wenigsten wissen: Während der Darbietung spielt sich hinter der Bühne ein kleines Drama ab. Während der Nummer muss
Assistentin Cindy, unsichtbar fürs Publikum, einen tricktechnisch bedingten Zwischenspurt einlegen. In ihrer Eile stürzt sie hinter den Kulissen in ihren Show-Schläppchen eine Treppe hinunter und zieht sich an Knie und Hüfte eine schmerzhafte Prellung zu. Trotzdem erscheint sie, wie geplant, am Ende der Nummer im Publikum. Die BILD wird kurz darauf berichten, dass Cindy dem Zaubermeister Julius Frack gleichermaßen Trick und Titel gerettet hat!
Im Gegensatz zu Cindy, die eigentlich regelmäßig auf der Bühne durch die Lüfte segelt, bleibt der frisch gebackene Weltmeister nach dem Sieg auf dem Teppich und bereitet neben nationalen und internationalen Engagements, die ihn unter anderem nach Südkorea, China, Taiwan, Portugal, Monte Carlo und Bangladesch führen, „seine“ Schwerpunkt-MAGIE vor. Die November-Ausgabe des Jahres 2009 zeigt ihn mit Cindy und dem FISM-Pokal – es ist bereits sein zweites MAGIE-Cover.
Im Heft beschreibt Stefan neben eigenen Trickkreationen, deren Vorführung auf der MZvD-Website bewundert werden kann, auch einen „ganz normalen Tag“ aus seinem Leben als Zauberkünstler. Und er weist eindrucksvoll darauf hin, wie in Stuttgart neue Darbietungen entstehen und welch großen Anteil die Teamplayer des Ortszirkels daran haben. Kurz nach Erscheinen des Heftes feiert Stefan Zucht übrigens im Tübinger Sudhaus mit allen, die ihn begleitet, unterstützt, gefordert, gefördert, inspiriert und motiviert haben die Weltmeisterschaft.
Wie schreibt doch sein Freund Topas in der Einleitung zum MAGIE-Schwerpunkt? „Julius Fracks Karriere in der Zauberkunst ist ein gewachsener Erfolg“. Dem habe ich nichts hinzuzufügen, außer, dass auch der MZvD stolz auf diesen Erfolg ist und Stefan Zucht als herausragenden Botschafter der aktuellen deutschen Zauberkunst mit dem Titel „Magier des Jahres“ auszeichnet. –
Herzlichen Glückwunsch!
Dr. Oliver Erens

Magie Magazin

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