Die Plebsbüttel - Magier des Jahres 1996

Die Plebsbüttel - Magier des Jahres 1996

Wolfgang Sommer spricht von nur einem Magier, der Magier des Jahres werden soll, von nur einem Magier, der im vergangenen Jahr Besonderes für die Zauberkunst geleistet hat, von nur einem Magier, er einen neuen Comedy-Standard gesetzt hat. Doch dann läßt er die Katze aus dem Sack und verrät, daß der eine in Wirklichkeit drei sind.
Die Ansage trifft den Punkt. Denn die Plebsbüttel sind nicht drei einzelne Zauberer, sondern ein Ganzes. Zu diesem Ganzen gehören nicht nur Manuel Muerte, Detlef Simon und Bernhard Wolff, sondern auch Regisseurin Claudia Wehner. Und damit ist das Zauberwort auch schon gefallen: Regie. Von der ersten gemeinsamen Straßenzaubertour 1986 bis zum ersten Preis in Comedy auf den Deutschen Meisterschaften 1993 ging es irgendwie noch ohne Regie. Aber spätestens hier waren die eigenen Grenzen erreicht, und für die Vorbereitung auf Japan wurde professionelle Unterstützung gesucht. Claudia Wehner, Regisseurin und Leiterin der Mainzer Kammerspiele, fing an, nach Sinn zu suchen, Charaktere zu hinterfragen, Anforderungen zu stellen - und damit die Arbeit auf ein ganz anderes Niveau zu bringen. Jeder Arbeitsschritt konnte während der Aktion "Fliegender Teppich" sofort umgesetzt und auf die Bühne gebracht werden. Von den anderen Teilnehmern der Aktion gab es zusätzliche Inputs. Ergebnis dieses fruchtbaren Jahres, erstens ein erster Preis in Comedy auf dem FISM Weltkongreß, zweitens ein neues Bewußtsein für die Arbeit auf der Bühne, und drittens die Entscheidung, das Plebsbüttel-Abendprogramm ebenfalls von Grund auf zu überarbeiten. Das dauerte ein sehr intensives halbes Jahr. Am 22. Februar 1995 hatte "Täter der Klamotte" Premiere. Das Programm bringt vier Großillusionen, über 25 Kostüme und 100 Minuten Unterhaltung auf die Bühne.
Der Ablaufplan umfaßt sechs volle DIN A4-Seiten und beinhaltet über 100 Licht- und Stimmungswechsel. Das Einrichten und Präparieren der Show dauert etwa fünf Stunden. Kein Wunder, daß immer ein eigener Techniker mitreist. "Täter der Klamotte" ist bisher etwa 70 mal über die Bühne gegangen und ist als Comedy-Zaubershow in diesem Stil in Deutschland einmalig. Zu den Theatergastspielen gesellen sich Festivals, TV-Auftritte und Gala-Veranstaltungen. Aber bei aller Liebe für die gute Gage einer Gala-Veranstaltung oder die Öffentlichkeit eines Fernsehauftritts: die Theaterarbeit bleibt das Fundament der Truppe.
Wenn man die Plebsbüttel fragt, wie sich eine solche Zusammenarbeit ergibt und wie sie praktisch aussieht, gibt es mindestens vier Antworten von vier verschiedenen Menschen. Sie unterscheiden sich offensichtlich ziemlich - die Plebsbüttel. Nicht nur von anderen Mmppen, sondern auch voneinander. Und jeder der Plebsbüttel hat immer noch eine Schublade eigener Pläne und Ideen im Hinterkopf. Vielleicht funktioniert die Zusammenarbeit deshalb so gut. Das nächste Gastspiel ist vom 2. bis 6. und vom 9. bis 13. Oktober im Europahaus in Essen.
Nicolai Brandt

Dr. Oliver Erens - Schriftsteller des Jahres 1996

Dr. Oliver Erens - Schriftsteller des Jahres 1996

Wolfgang Sommer bittet einen jungen, unscheinbaren Mann auf die Bühne, dessen Name und Foto seit vielen Jahren ein Begriff in der magischen Fachwelt ist, den aber persönlich viele der Anwesenden nicht so sehr kennen, da er eher zurückhaltend ist und eigentlich nicht allzu gerne im Rampenlicht steht ...
Von wem die Rede ist? Natürlich von Dr. Oliver Erens, seit 12 Jahren Mitglied des MZvD und dieses Jahr vom Vorstand des MZvD zum Schriftsteller des Jahres gekürt.
Wie kommt ein so junger Mann zu solch einer Ehrung, werden sich viele fragen.
Nichts einfacher als das. Doch auch hier gilt: Ohne Fleiß kein Preis ...
Oliver Erens beschäftigt sich seit seinem 10. Lebensjahr intensiv mit der Zauberkunst und ist seit vielen Jahren redaktioneller Mitarbeiter und Autor bei diversen magischen Fachzeitschriften. An dieser Stelle sei auf nur einige seiner vielfältigen Arbeiten als kompetenter Fachjournalist hingewiesen:
- Karten-Fortsetzungsserie "Bärenstark" in der "M"W
- Rezensionen amerikanischer Fernsehshows in der MAGIE,
- Buchbesprechungen und Inhaltsverzeichnisse für die MAGIE,
- Verfasser von unzähligen Berichten über magische Geschehnisse,
- Co-Autor und Übersetzer amerikanischer Zauber-Literatur und
- Herausgeber des Kartenbuches "Inside Cardmagic", das international Anerkennung brachte, weil hier nicht nur einige der bedeutendsten Kartenmagier der Welt ihre Geheimnisse lüfteten, sondern hierin auch u.a. eine von Erens typisierte Einleitung der Kunststücke nach Schwierigkeitsgraden zu finden ist.
Wer Beiträge dieses jungen Autors liest (und dies sind allein weit über 170 Veröffentlichungen in den vergangenen 10 Jahren), spürt förmlich die Akribie, mit der er seine Werke verfaßt.
Hierbei ist ihm natürlich sein umfangreiche Fachwissen und sein exzellenter Schreibstil behilflich.
Und sicherlich hat ihm - gerade bei Übersetzungen amerikanischer Literatur - auch sein langjähriges Studium der Medizin u.a. in Nashville/Tennessee geholfen.
Und dies sollte nicht unerwähnt bleiben: Neben all seinen zauberischen Aktivitäten schloß Oliver Erens sein Medizinstudium mit "summa cum laude" ab, eine Auszeichnung, die man ohne weiteres auch für seine schriftstellerischen Arbeiten übernehmen könnte.
Wir wünschen ihm beruflich und zauberisch noch viele große Erfolge und freuen uns heute schon auf den 2.Band von "Inside Cardmagic", der voraussichtlich im Herbst d. J. veröffentlicht wird und vor allem die Kartenmagier der deutschsprachigen Zauberszene vorstellt.
Manfred Geiß

Magie Magazin

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