MALDINO - Schriftsteller des Jahres 1991

MALDINO - Schriftsteller des Jahres 1991

Unzählige Artikel hat Maldino bereits für die MAGIE verfaßt, seine bevorzugten Themen: Großillusionen und die Geschichte der Zauberkunst.
Seine Bücher und Skripten erschienen im Eigenverlag in begrenzter Auflage, die älteren davon sind bereits gesuchte Sammlerstücke. Sie enthalten seltenes, teilweise kaum bekanntes Bildermaterial und sind überhaupt eine wahre Fundgrube für den historisch interessierten Zauberfreund. Hier eine kleine Bibliographie:
Zauber Souvenir. Erinnerungen an die Zeit der größten Zauberer (April 1987) Zauber Katalog in den zwanziger Jahren. Kleines Traumbuch für Zauberer (August 1987) Erinnerungen an Horace Goldin (Januar 1988) Erinnerungen an Horace Goldin (Februar 1988; Erweiterung) Bekannte und unbekannte deutsche Zauberer aus den zwanziger Jahren (November 1989) Die Zauberwelt der Illusionen. Erinnerungen an Künstler von 1930 bis 1939 (Oktober 1990)
Fred Maldino ist seit 1938 Mitglied im MZvD, außerdem seit 30 Jahren Mitglied im „Inner Magic Circle London".
Für seine Verdienste wurde er zum Schriftsteller des Jahres gewählt.

Lee Pee Ville - Magier des Jahres 1991

Lee Pee Ville - Magier des Jahres 1991

Interviewt von Ralf Stauf

Ralf Stauf: 7 Jahre waren Sie Illusionist der Magic Show „Welcome Las Vegas", die beste und erfolgreichste Magic Show Europas, und seit April 1991 präsentieren Sie eine neue Show im Wintergarten-Theater des Parks, die Produktion „Phantasialand Jubilee". Wann haben Sie mit Illusionen begonnen und wie entstand Ihre Vorliebe zu den großen Zaubertricks?
Lee Pee Ville: 1961 sah ich im Gebäude des Zirkus Schumann in Dänemark den Illusionisten Kio, er führte unter anderem den Effekt der Verwandlung einer Frau in einen Löwen vor. Mein großer Traum war es, ebenfalls einmal in diesem Zirkus aufzutreten und die Illusion vorzuführen. 1966 erhielt ich mein 1. professionelles Engagement bei dem kleinen dänischen Zirkus Royal. Ich kaufte meine erste Illusion, eine gebrauchte, aber sehr gut erhaltene Hutschachtel-Illusion. Später erhielt ich eine Miss-Made-Illusion, und 1966 kam dann noch die Produktion zweier Pudel aus Tüchern dazu, welche seitdem als mein Markenzeichen gilt.
Ralf Stauf: Sie haben lange im Zirkus gearbeitet, das Buch „Das große Hokuspokus" schreibt: Bedeutende Vertreter dieses Genres (Zauberkunst im Zirkus) wurden „Taft und Reche, heute sind es die Brüder Kio, Simwolokow, Lee Pee Ville". Welche Erfahrungen konnten Sie nur im Zirkus sammeln?
Lee Pee Ville: Die Arbeit im Zirkus 224 ist sicherlich nicht die einfachste, es ist eine Frage, ob man Zirkus mag, ich bin verrückt danach, Zirkus geht nur dann, wenn man Zirkus liebt, je jünger man ist, desto leichter ist es, mit den Problemen bei der Arbeit fertig zu werden. Andererseits ist es schwierig, als junger, unbekannter Künstler in einem Zirkus gut arbeiten zu können. Man braucht ein festes Podium in der Manege, auf welchem die Illusionen vorgeführt werden. Solch ein Podium wird kaum noch mitgeführt, und man erhält es eher, wenn man bekannt ist. Der Zirkus ist eine gute Grundlage für jeden Illusionisten, man hat den späteren Übergang zu großen Bühnen leichter.
Ralf Stauf: In welchen Zirkus-Unternehmen haben Sie gearbeitet?
Lee Pee Ville: Ich habe zuerst im Zirkus Benneweis (Dänemark), im Zirkus Krone und dann im Zirkus Knie in der Schweiz gearbeitet. Knie war es auch, der mir abriet, mit Tauben zu arbeiten, da Taubenzauberei zu verbreitet sei. Zuerst war ich über diesen Ratschlag sauer und schockiert, aber später erwies er sich als richtig. Auch arbeitete ich für die Unternehmen Busch und den italienischen Zirkus Amerikano. Mit dem Zirkus Amerikano traten wir auch einnmal für den Vatikan auf, und ich zauberte für den Papst, ein eindrucksvolles Erlebnis. In allen Unternehmen ließ ich als Abschlußeffekt die gesamten Artisten zum Finale erscheinen, so war ich auch der letzte Illusionist, welcher mit einer großen Show und Ballett im Zirkus arbeitete.
Ralf Stauf: 1981 wechselten Sie vom Zirkus zum Freizeitpark. In welchem Park arbeiteten Sie zuerst und wie kamen Sie schließlich zum Phantasialand bei Brühl?
Lee Pee Ville: Zuerst arbeitete ich mit 9 Personen (davon 3 Lilliputaner) im Holiday Park in Haßloch, diese Show dauerte 30 Minuten und war eine der ersten Produktionen, bei welcher Tanz und Zauberei miteinander verbunden wurden. Wir führten eine Zersäge, Miss-Made, Entfesselung, die Kanonen-Illusion und die Produktion einer Assistentin aus der Kristall-Kiste vor. 1982 war ich dann zum ersten Mal im Phantasialand, und es entstanden Pläne für eine Las Vegas Show, 1983 war ich mit einer 30-Minuten-Show im Europa Park und 1984 startete die Show »Welcome Las Vegas« im Wintergarten-Theater des Phantasialandes.
Ralf Stauf: Welche Tips können Sie jungen Illusionisten aufgrund Ihrer langjährigen, erfolgreichen Profi-Erfahrung geben?
Lee Pee Ville:
1. Lieber weniger Requisiten benutzen, dafür aber auch Fachleuten überzeugende Illusionen vorführen.
2. Man sollte die Illusionen genau auf sein Auftrittsgebiet abstimmen (Zirkus, Variete, Gala).
3. In einem Illusionsprogramm sollte auch immer ein kleinerer persönlicher Effekt eingebaut sein, damit ist ebenfalls der Kontrast im Programm größer.
4. Wichtig ist auch, daß man den Wert seiner Nummer erkennt, aber nie vergißt, daß es immer jemanden gibt, der besser ist als man selbst.
Auch halte ich es für besser, einen
langsamen Aufstieg in seiner Karriere zu erleben, dies ist besser als ein schneller, großer Erfolg. Man schätzt nach einem schwereren Anfang besser den großen Erfolg.
Ralf Stauf: Was bedeutet für Sie Erfolg?
Lee Pee Ville: Erfolg ist für mich eine Mischung aus Können und Glück, aber man sollte nie vergessen, daß nicht nur das Können, sondern der Mensch, der dahinter steckt, wichtig ist. Es ist gut, die richtigen Leute an der richtigen Stelle zu treffen, jedoch ohne Fleiß kein Preis. Auch sollte man nicht vergessen, daß die Popularität der Zauberei durch Leute wie Mark Wilson, Dough Heuning, Copperfield und Siegfried & Roy ebenfalls gestiegen ist, dies trägt auch zum Erfolg der gesamten Zauber-Szene bei.
Ralf Stauf: Sie gastierten siebenmal im Hansa Theater, Friedrichstadtpalast Berlin, im Olympia Paris, wurden bereits schon 1974 Magier des Jahres in Dänemark, erhielten 1976 beim Zirkusfestival in Madrid den Zirkus-Oskar und 1977 den Prix des Illusioniste beim Zirkusfestival in Monte Carlo, waren in 22 Ländern im Fernsehen, und sind seit 1984 Illusionist der besten Europäischen Magic Show, und jetzt wurden Sie auch noch Magier des Jahres in Deutschland. Ich gratuliere Ihnen nachträglich zu dieser Auszeichnung, und wünsche weiterhin viel Glück und größten Erfolg.
Lee Pee Ville: Ich bedanke mich recht herzlich, ich freue mich sehr über diese hohe Auszeichnung und wünsche dem MZvD und allen seinen Mitgliedern weiterhin großen Erfolg und Freude an der Zauberei.

Magie Magazin

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