Die Jahre 1942 - 1951
Dieser Zeitabschnitt war von umwälzenden Ereignissen geprägt. In Deutschland herrschte Krieg, Zerstörung und Leid. Die Schwierigkeiten der Kriegs- und Nach-kriegsjahre waren gewaltig. Trotzdem organisierte Hamburg 1942 das Jubiläum „30 Jahre MZ e.V.“ mit einer Festvorstellung im Conventgarten Theatersaal, am 10. Mai, Beginn 10 Uhr vormittags. Ein Nachdruck des 1. Jahrgangs der MAGIE konnte bestellt werden.
Die Berufszauberkünstler wurden für die Truppenbetreung (an der Front, Lazarett, KdF. usw.) eingesetzt und verpflichtet, aber auch für die Amateure des Magischen Zirkels bestanden zahlreiche Auftrittsmöglichkeiten. Die damit verbundenen Vorteile und Bevorzugungen während der Dienstzeit haben vielen das Leben erleichtert und erträglicher gestaltet. Der Bombenkrieg hat unermesslich wertvolle Zauberrequisiten und Sammlungen der Zauberkunst vernichtet. Es sind unwiederbringbare magische Schätze verlorenen gegangen. Der Verlust von Aufzeichnungen und Gästebüchern aus der Gründungszeit des MZ e.V. schmerzt am meisten. Viele bekannte Zauberkünstler haben über Nacht ihr gesamtes Bühnenprogramm verloren.
Trotz der verhängnisvollen Zeit, wurde eine Arbeitstagung vom 23. bis 28. Februar 1944 in Bad Aussee einberufen und man staune, sogar eine Sondernummer der MAGIE wurde gedruckt. Nur 57 Mitgliedern war es vergönnt, an dieser Hauptversammlung teilzunehmen. Für das Jahr 1944 wurde die Ausgabe der MAGIE auf 4 Hefte reduziert.
Der fortschreitende Krieg setzte der Zeitschrift MAGIE ein Ende, die Nummer 1 und 2 von 1945, bereits gedruckt, kam nicht mehr zum Versand. Kurz nach Kriegsende war der Arbeitsmarkt desolat, eine große Zahl der Amateure nutzte ihr Hobby als Zauberkünstler und fand gute Verdienstmöglichkeiten bei den alliierten Streitkräften, den Soldatenclubs, bei Wanderbühnen und in den zahlreichen Vergnügungsstätten. Es hatte noch nie so viele Varietés und Kabaretts gegeben wie in den drei Jahren vor der Währungsreform. Danach hörte es schlagartig auf.
Wie Phönix aus der Asche ist 1946 der Magische Zirkel wieder aufgeblüht. Wieder war es Karl Schröder, der die Initiative ergriff. Hamburg ist und bleibt die Keimzelle des Magischen Zirkels in Deutschland. Am 26. Januar 1946 nahm der MZ e.V. (für die britische Zone) wieder seine Tätigkeit auf und die „Monatlichen Mitteilungen“ konnten durch Vervielfältigung an die Wiederangemeldeten Mitglieder versandt werden.
Mit Beginn des Jahres 1947 wurde aus den Mitteilungen eine kleine an-sprechende „Magische Post“, im Druckverfahren hergestellt, mit einem Überblick über die Geschehnisse in der magischen Welt, sowie als Beilage Kunststück-Beschreibungen. Größe und Umfang hat die britische Militärregierung vorgeschrieben und die Beschaffung des Papiers bereitete damals große Schwierig-keiten. Ab 1948 erschien die Magische Post in einem größeren Format und brachte auf den Titelseiten Bilder von Berufszauberkünstlern.
Die Mitglieder des neu gegründeten Zauberrings München, hatten am 5. Mai 1949 auf einer Gründungsversammlung den Magischen Zirkel von Deutschland e.V. proklamiert und als Präsident Emil Thoma gewählt. Sein Verdienst war es, dass die Zeitschrift des Magischen Zirkels „MAGIE“ am 1. August 49 nach 5 Jahren wieder erscheinen konnte. Am 24. August 1949 haben der M. Z. Hamburg e.V. und der M. Z. von Deutschland e.V. München den Entschluss gefasst, gemeinsam den Titel „Magischer Zirkel von Deutschland e.V.“ zu führen. Das erste große Herbst-Treffen war der „Mikro-Kongress“ vom 8. bis 9. Oktober 1949 in Stuttgart. Richard Röhl gewann den 1. Preis mit einer mikromagischen Neuheit.
München organisierte vom 20. bis 26. September 1950 einen Internationalen Kongress des Magischen Zirkels von Deutschland, der von 274 Teilnehmern besucht wurde. Ralf Bialla - „König der Bälle“ - gewann den 1. Preis und Inge Bialla erhielt den Titel „Miss MAGIE 1950/1951“.
Der MZvD wurde 1951 in die Weltorganisation der Magier "Fédération inter-nationale des Sociétés Magiques" in Paris aufgenommen. Unter der Leitung von Helmut Schreiber- Kalang fand dann vom 7.-10. September 1951 die Hauptversammlung in Oldenburg statt. Der bisherige Präsident Emil Thoma wurde wieder gewählt.
Die Ortszirkel-Gründungen in dieser Dekade waren: 1946 Göttingen, 1947 Gelsenkirchen, 1948 Oldenburg, Osnabrück 1949 Braunschweig, Memmingen, Oberhausen-Mühlheim, Zauberring München. 1951 Hagen, Karlsruhe, Krefeld.
Fortsetzung der Berufszauberkünstler die auch MZ-Mitglieder waren: Alfredo Cantarelli, Allan, Bellani, Belloni, Berot, Bialla, Carlo Magino, Carter, Con Conelli, Doré, Edgardo, Ellen Fay, El X, Enrico Morano, Eterno, Felix Woy, Fränki, Frankoni, Frascati, Fred Rello, Fregana, Garvin, Gustavio, Harini, Harkabus, Harry Steffien, Horst Heby, Indra, Jac Olten, Jersey Tommsen, Jo Andersch, Jo Hösch, Klaus Paray, Krenzin, La Sultana, Leberto, Magiadore, Manzini, Mister Senko, Otto Hato, Pantel-Patrix, Paul Potassy, Peter Berto, Peter Helwin, Quitta, Recha, Remons, Rolf Hübner, Salwaro, Schwichtenberg-Kongar, Torsten, Tricksor, Truk, Walterno, Waltrix, Willey, Zarano, Zirini.

